Sichere Stromversorgung: Stadtwerke Imst erneuern Umspannwerk

Mit der größten Einzelinvestition in das Stromnetz seit Jahrzehnten setzen die Stadtwerke Imst einen bedeutenden Schritt zur nachhaltigen Sicherung und Stabilisierung der regionalen Energieversorgung. Insgesamt fließen 2,1 Millionen Euro in die Modernisierung des Umspannwerks in der Fabrikstraße. Im Zuge der umfangreichen Maßnahmen entsteht in der neuen Schalthalle auch eine eigene Schaltstelle der TINETZ. Dadurch wird eine zusätzliche, direkte Netz-Einspeisemöglichkeit geschaffen, was die Versorgungssicherheit weiter erhöht. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2027 vorgesehen.


Die Stadtwerke Imst modernisieren ihr bestehendes Umspannwerk am Betriebsstandort in der Fabrikstraße umfassend. Mit einem Investitionsvolumen von rund 2,1 Millionen Euro handelt es sich dabei um die größte Einzelinvestition in das Stromnetz der Stadtwerke seit mehreren Jahrzehnten. Ziel des Projekts ist es, die Versorgungssicherheit für Bevölkerung und heimische Wirtschaft langfristig zu gewährleisten und die technische Infrastruktur auf den neuesten Stand zu bringen.

Am 21. Mai 2026 erfolgte der offizielle Spatenstich für das Großprojekt im Beisein von Vertretern der Stadtwerke Imst, der Stadtgemeinde Imst sowie der TINETZ.

Zentraler Knotenpunkt der Stromverteilung

Das bestehende Umspannwerk stammt aus den späten 1970er-Jahren. Nach nahezu 50 Jahren erreicht die bestehende Schalttechnik zunehmend das Ende ihres funktionalen Lebenszyklus. Gleichzeitig wird es im Störungsfall schwieriger, geeignete Ersatzteile zu beschaffen.

Im Zuge der Modernisierung werden die Schalteinheiten umfassend erneuert. Die Schaltanlage eines Umspannwerks bildet den zentralen Knotenpunkt der Stromverteilung: Sie verteilt, steuert, verbindet und schützt die elektrische Energie im Netz. Dabei werden unterschiedliche Spannungsebenen sowie Transformatoren innerhalb des Versorgungsgebiets miteinander verknüpft und ein sicherer Stromfluss gewährleistet.

Moderne Schalttechnik ermöglicht es, einzelne Leitungsabschnitte gezielt zu steuern und bei Bedarf alternative Versorgungswege zu aktivieren. Dadurch wird die Ausfallsicherheit des Stromnetzes deutlich erhöht. Integrierte Sicherheitssysteme sorgen zudem dafür, dass bei Störungen oder Kurzschlüssen betroffene Netzbereiche rasch und kontrolliert abgeschaltet werden können.

Grundlage für stabile Versorgung

Wir tauschen das technische Herzstück der Stromverteilung aus und bringen die gesamte Anlage auf den neuesten Stand der Technik. Die neue Schaltanlage bietet dank moderner Schutztechnik eine deutlich höhere Betriebssicherheit und schafft die Grundlage für eine stabile Stromversorgung der kommenden Jahrzehnte“, erklärt Stadtwerke-Direktor Thomas Huber.

Da die bestehende Anlage während der gesamten Bauzeit in Betrieb bleiben muss, entschieden sich die Stadtwerke für einen Neubau direkt am Areal der Technischen Zentrale in der Fabrikstraße. Im Vorfeld wurden mehrere Varianten geprüft, darunter auch eine Aufstockung des bestehenden Gebäudes. Diese Option wurde jedoch zugunsten eines Neubaus in unmittelbarer Nähe verworfen. Ein wesentlicher Vorteil dieser Lösung sind die kurzen Wege für die neu zu verlegenden Kabel.

Glücklicherweise konnten wir in den vergangenen zwei Jahrzehnten zahlreiche Grundstücke rund um das Umspannwerk erwerben. Nach der Klärung der Standortfrage stand die technische Umsetzung im Mittelpunkt. Neben der Expertise der Innsbrucker Kommunalbetriebe haben wir uns auch bei anderen regionalen Energieversorgern über vergleichbare Projekte informiert. Auch die Vorausberechnung der Stromflüsse für die nächsten 15 bis 20 Jahre stellte eine anspruchsvolle Aufgabe dar“, erläutert Huber.

Die neue Schalthalle wird mit rund 150 Quadratmetern Nutzfläche etwa die Größe eines Einfamilienhauses haben. „Der Neubau erfüllt höchste sicherheitstechnische Anforderungen. Dazu zählen unter anderem moderne Brandschutzsysteme, spezielle Erdungsanlagen, Druckentlastungsklappen sowie explosionsgeschützte Türen und Fenster“, betont Norbert Praxmarer, Betriebsleiter der Stadtwerke Imst.

Die Umschaltung der bestehenden technischen Einheiten auf die neue Anlage erfolgt im laufenden Betrieb und somit ohne Unterbrechung der Stromversorgung.

Paralleler Bau einer Schaltstation für die TINETZ

Parallel zum Projekt der Stadtwerke setzt auch die TINETZ – der Netzbetreiber des Landesenergieversorgers TIWAG – umfassende Maßnahmen um. Die bisher oberirdisch geführte 25-Kilovolt-Leitung wird künftig ab dem Bereich der Brennbichler Kirche in Richtung Gurgltal unterirdisch verlegt.

Durch die neue Leitungsführung in Form einer Verkabelung entsteht für die Stadtwerke eine zusätzliche direkte Einspeisemöglichkeit in das Stromnetz. Dadurch wird die Redundanz weiter erhöht und gleichzeitig ein zentraler Netzknoten an einem Standort gebündelt“, zeigt sich TINETZ-Vertreter Philipp Mattle erfreut über die enge Zusammenarbeit.

Im hinteren Bereich der neuen Schalthalle wird dafür eine eigene Schaltstation der TINETZ errichtet. Diese ist künftig über eine separate Zufahrt außerhalb des Stadtwerke-Areals erreichbar. Die Kosten für diesen Gebäudeteil trägt der landesweite Verteilnetzbetreiber selbst. Insgesamt investiert die TINETZ laut Mattle rund 1,5 Millionen Euro in den Ausbau des Netzknotens sowie in die Verkabelung der Leitung.

Fertigstellung bis Sommer 2027 geplant

Die Projektierung und Planung des Vorhabens laufen bereits seit rund zweieinhalb Jahren. Aufgrund des Investitionsvolumens und der Tatsache, dass die Stadtwerke Imst eine 100-prozentige Tochter der Stadtgemeinde Imst sind, wurde eine EU-weite öffentliche Ausschreibung durchgeführt. Dabei war umfassendes juristisches Fachwissen erforderlich, um potenzielle Fehler und daraus resultierende Verzögerungen zu vermeiden.

Im November 2025 erfolgte die Bauausschreibung, im Februar 2026 folgte die Ausschreibung der technischen Gewerke. Mittlerweile sind sämtliche Aufträge vergeben. Erfreulich ist, dass mit AT Thurner Bau ein regionales Unternehmen als Bestbieter den Zuschlag erhalten hat. Die technischen Komponenten der neuen Anlage werden von Siemens Österreich geliefert, wobei mit Lieferzeiten von 40 bis 50 Wochen zu rechnen ist.

Die Fertigstellung der Gebäudehülle ist bis Oktober 2026 vorgesehen. Im Anschluss beginnt die TINETZ mit der Installation ihrer technischen Anlagen. Die Inbetriebnahme der neuen Schaltanlage durch die Stadtwerke Imst ist für den Frühsommer 2027 geplant.

Parallel dazu wird bereits über eine Nachnutzung der bestehenden Schalthalle nachgedacht. Im Fokus stehen Überlegungen zur Schaffung zusätzlicher Büro- und Lagerflächen für die Stadtwerke.

Versorgungssicherheit für die Stadt Imst wird erhöht

Von einem „Freudentag“ sprach Gemeinderat Christian Linser, Obmann des Verwaltungsausschusses der Stadtwerke Imst: „Die neue Schalthalle für das Umspannwerk Imst ist ein Meilenstein und zugleich die bislang größte Einzelinvestition im Bereich des Stromnetzes. Damit investieren wir gezielt in die langfristige Sicherheit und Stabilität der regionalen Energieversorgung.

In diesem Zusammenhang verwies Linser auch auf den Versorgungsauftrag der Stadtwerke. Analog zur bereits umgesetzten Wasserschiene im Bereich des Wasserwerks werde nun auch im Stromnetz die Versorgungssicherheit konsequent weiter gestärkt.

Bürgermeister Stefan Weirather hob die positive Entwicklung der Stadtwerke Imst in den vergangenen Jahrzehnten hervor und betonte die gute Zusammenarbeit mit dem Landesenergieversorger: „Ein stabiles und sicheres Stromnetz ist heute eine der wichtigsten Grundlagen für Lebensqualität, wirtschaftliche Entwicklung und eine funktionierende öffentliche Infrastruktur. Mit dieser Investition schaffen die Stadtwerke Imst die Voraussetzungen dafür, dass die Menschen in Imst auch in Zukunft zuverlässig mit Energie versorgt werden.“

Die neue Schaltanlage im modernisierten Umspannwerk stellt einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung des städtischen Unternehmens dar und ist ein gelungenes Gemeinschaftsprojekt mit der TINETZ. Abschließend dankte Bürgermeister Weirather Stadtwerke-Direktor Thomas Huber sowie dem gesamten Team für ihren Einsatz und ihr Engagement: „Ich wünsche allen Beteiligten einen unfallfreien Bauverlauf und freue mich bereits auf die offizielle Eröffnung im kommenden Jahr.“

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