Ausgemustertes Imster Feuerwehrfahrzeug an nordmazedonische Partnerfeuerwehr übergeben

Im Zeichen gelebter internationaler Solidarität und Zusammenarbeit im Feuerwehrwesen stand kürzlich ein feierlicher Festakt in Telfs. Neben der Weiterentwicklung von Partnerschaften zwischen Tirol, Kroatien und Nordmazedonien rückte dabei insbesondere auch die konkrete Unterstützung durch die Übergabe ausgemusterter Einsatzfahrzeuge in den Mittelpunkt – darunter ein Mannschaftstransportfahrzeug der Stadtfeuerwehr Imst, das künftig in der nordmazedonischen Stadt Kumanovo im Einsatz stehen wird.


Mit einem feierlichen Festakt beim Landes-Feuerwehrverband Tirol in Telfs wurde am 19. Mai 2026 die internationale Zusammenarbeit im Feuerwehrwesen zwischen Tirol, Kroatien und Nordmazedonien weiter vertieft. Im Mittelpunkt stand die offizielle Schließung einer Partnerschaft zwischen der Landes-Feuerwehrschule Tirol und der kroatischen staatlichen Feuerwehrschule „Državne vatrogasne škole“ in Zagreb. 

Zudem wurden fünf ausgemusterten Feuerwehrfahrzeuge aus Tirol an Partnerfeuerwehren in Nordmazedonien übergeben - darunter auch ein Mannschaftstransportfahrzeug der Stadtfeuerwehr Imst. Die offizielle Schlüsselübergabe an die nordmazedonischen Feuerwehrkameraden aus der Stadt Kumanovo erfolgte durch Bürgermeister Stefan Weirather im Beisein von Sicherheitslandesrätin Astrid Mair, Botschafter Martin Pammer, Landes-Feuerwehrkommandant Jakob Unterladstätter, Landes-Feuerwehrinspektor Rene Staudacher sowie Stadt- und Bezirksfeuerwehrkommandant Roland Thurner und dem Imster Bezirksfeuerwehrinspektor Stefan Rueland.

Insgesamt wurden seit Bestehen der Partnerschaft mit Kroatien im Jahr 2011 bereits 325 Fahrzeuge übergeben. Die Partnerschaft mit Nordmazedonien besteht seit rund einem Jahr – seither wurde die Feuerwehr in Nordmazedonien mit neun Fahrzeugen aus Tirol unterstützt.

Solidarität und partnerschaftliche Zusammenarbeit

Sicherheitslandesrätin Astrid Mair betonte die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit im Feuerwehrwesen und dankte den beteiligten Feuerwehren und Gemeinden: „Mit der Weitergabe der Fahrzeuge leisten die Tiroler Feuerwehren und Gemeinden einen konkreten Beitrag zur Unterstützung der Einsatzkräfte in Nordmazedonien. Fahrzeuge, die bei uns außer Dienst gestellt werden, können dort noch viele Jahre wertvolle Dienste leisten und die Sicherheit der Bevölkerung stärken. Diese Initiative zeigt, wie gelebte Solidarität und partnerschaftliche Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg funktionieren.“ Zudem betont die Landesrätin, dass „das Land Tirol mit der zentralen Koordinierungsstelle eine verlässliche Grundlage für diese neue Partnerschaft der Feuerwehrschulen darstellt.“

Der österreichische Botschafter in Nordmazedonien, Martin Pammer, zeigte sich dankbar für die Unterstützung aus Tirol: „Diese Fahrzeugübergabe ist ein sichtbares Zeichen europäischer Zusammenarbeit und freundschaftlicher Verbundenheit. Für die Feuerwehren in Nordmazedonien bedeutet sie eine spürbare Verbesserung ihrer Einsatzmöglichkeiten. Damit wird nicht nur die Schlagkraft der Feuerwehren gestärkt, sondern auch die Sicherheit der Menschen vor Ort erhöht.

Das Feuerwehrwesen in der Stadt Kumanovo

Die Stadt Kumanovo ist nach der Hauptstadt Skopje die zweitgrößte Stadt  Nordmazedoniens. Sie liegt im nördlichen Teil des Landes auf einer Höhe von 340 Metern und erstreckt sich über eine Fläche von 509,48 Quadratkilometer. Die Stadt hat 98.104 Einwohner und ist somit die bevölkerungsreichste Gemeinde Nordmazedoniens. 

Die Territoriale Feuerwehrbrigade Kumanovo befindet sich nahe dem Stadteingang. Sie besteht aus 46 professionellen Feuerwehrleuten, einschließlich des Kommandanten. Neben Einsätzen in Kumanovo sind sie auch in den Gemeinden Lipkovo und Staro Nagoricane tätig, wodurch ein sehr großes Einsatzgebiet abgedeckt wird. 

Die Brigade verzeichnet jährlich etwa 600 Einsätze, darunter Waldbrände, technische Einsätze und Gebäudebrände. Angesichts dieser hohen Einsatzfrequenz ist eine Erweiterung der Kapazitäten erforderlich, einschließlich neuer Feuerwehrleute, moderner Ausrüstung und zusätzlicher Einsatzfahrzeuge. Das Gebäude der Feuerwehr ist in die Jahre gekommen und bedarf einer Renovierung, während die Einsatzfahrzeuge bereits etwa 40 Jahre alt sind. Die Beschaffung von Ausrüstung oder Renovierungen gestaltet sich häufig schwierig, weshalb sie auf Spenden aus dem Ausland angewiesen sind. 

Um die Schlagkraft bei Einsätzen, insbesondere bei Waldbränden, weiter zu erhöhen, wird der Aufbau von Freiwilligen Feuerwehren in den Dörfern des Einsatzgebietes weiter forciert. Unter anderem wird im Pcinja, ein Dorf in der Gemeinde Kumanovo mit etwa 700 Einwohnern, ebenfalls eine Freiwillige Feuerwehr rekrutiert werden. In Zusammenarbeit mit den österreichischen Partnern ist geplant, zwei Garagen zu errichten, in denen die Feuerwehrfahrzeuge und Ausrüstung untergebracht werden sollen. 

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