Die Wanderausstellung der Preisträger-Projekte des Wettbewerbes "Neues Bauen in Tirol 2024" gastiert noch bis 25. September in Imst. Auf zehn Planen können die Besucher am Vorplatz des Pflegezentrums Gurgltal eine Reise durch die Tiroler Architekturlandschaft der unmittelbaren Vergangenheit unternehmen. Unter den Preisträgern ist auch das Projekt "ZEIT DES ERWACHENS – Klösterle, Revitalisierung, Imst, 2015 – 2024 (Architektur: STUDIO LOIS). Die Ausstellungseröffnung im Beisein von Bürgermeister Stefan Weirather fand am 11. September statt.
Alle zwei Jahre zeichnet das Land Tirol gemeinsam mit der Kammer der Ziviltechniker:innen | Arch+Ing Tirol und Vorarlberg – Sektion Architekt:innen, der ZV – Zentralvereinigung der Architekt:innen Österreichs, Landesverband Tirol und aut. architektur und tirol in Tirol errichtete Bauten aus, die sich sowohl in ästhetischer wie auch in innovatorischer Hinsicht besonders vorbildlich mit den architektonischen Herausforderungen unserer Zeit auseinandersetzen. Seit 2019 werden die Ausgezeichneten mittels einer Wanderausstellung gewürdigt, die in verschiedenen Orten an öffentlichen Plätzen präsentiert wird.
Auf dem Vorplatz des Pflegezentrums Gurgltal ist die Wanderausstellung "Neues Bauen in Tirol 2024" noch bis zum 25. September 2025 zu sehen. Nach ersten Stationen in Schwaz, Lienz, Mieders und Landeck macht die Ausstellung in Imst Halt, weiter geht es dann nach Oberhofen. Als Kooperationspartner vor Ort fungiert das Pflegezentrum Gurgeltal und die Stadtgemeinde Imst.
Die Eröffnung fand am 11. September statt. Mag. Andrea Jäger, Leiterin des Pflegezentrums Gurgltal, und Bürgermeister Stefan Weirather nahmen die Begrüßung vor. Neben den Architekten Iris Reiter (aut. architektur und tirol) und DI Werner Burtscher konnten sie unter anderem auch GR Friedl Fillafer und Ing. Nikolaus Larcher, Leiter der städtischen Bauabteilung, begrüßen.
"Wir haben eine große Freude mit dem Projekt und mit dem, was daraus geworden ist. Die Leute fühlen sich darin sehr wohl. Wenn man es davor kannte, kann man sich kaum vorstellen, wie es damals ausgesehen hat", betonte Heimleiterin Andrea Jäger. In diesem Zusammenhang erinnerte sie auch nochmals an die lange Standortsuche für die Heimerweiterung sowie dem mühsamen Weg bis zur Umsetzung. "Wir sind froh über das gelungene Projekt und wir haben jetzt den bereits zweiten Preis gewonnen. Angeblich sind wir auch beim Österreichischen Architekturpreis in der Nominierung. Es gilt dann nur noch ein Platzl zu finden, wo wir die vielen Preise aufhängen", scherzte die Heimleiterin.
Bürgermeister Stefan Weirather zeigte sich von der Revitalisierung des Klösterles und vom gelungenen Erweiterungsprojekt des Pflegezentrums ebenfalls begeistert:
"Oftmals gibt es die Angst und die Barriere alte Gebäude anzugreifen. In den letzten Jahrzehnten war auch das neue Bauen oft günstiger und einfacher. Zwischenzeitlich sind aber auch hier die Kosten gestiegen. Gerade in den Städten ist die Revitalisierung von alten Gebäuden ein wichtiger Bestandteil. Früher habe ich auch rustikaler gedacht und war für das Abreißen. Das hat sich in den letzten Jahren verändert. Auch der Gemeinderat denkt mittlerweile anders - alte Substanz soll erhalten und wieder mit Leben befüllt werden."
Architektin Iris Reiter (aut. architektur und tirol) stellte im Rahmen einer Führung die Preisträger-Projekte sowie das Prozedere der Auswahl durch die Jury vor. "Aus den 60 Projekten, die zur „Auszeichnung des Landes Tirol für Neues Bauen 2024“ eingereicht wurden, hat die Jury – Valentin Bearth (Bearth & Deplazes, Chur), Werner Neuwirth (Architekt, Wien) und Helena Weber (Berktold Weber Architekten, Dornbirn) – an zwei intensiven Tagen im Juni eine engere Auswahl an Bauwerken besichtigt und sich für 20 Nominierungen entschieden. Sieben Auszeichnungen und zwei Anerkennungen wurden für Bauten vergeben, die dem Kriterium einer besonders vorbildlichen Auseinandersetzung mit den architektonischen Herausforderungen unserer Zeit sowohl in ästhetischer wie auch in innovatorischer Hinsicht entsprechen."
Im Anschluss gab Architekt DI Werner Burtscher in seinem Vortrag „HAT IMST (Bau)KULTUR?“ einen spannenden Einblick in sein Arbeitsfeld als neuer Leerstandsmanager für den Bezirk Imst.
Auf insgesamt zehn Planen sind sämtliche Preisträger-Projekte mit großformatigen Bildern und Auszügen aus der Jurybegründung präsentiert sowie sämtliche Einreichungen fotografisch dokumentiert. Damit bietet die Ausstellung der interessierten Öffentlichkeit eine gute Gelegenheit, sich einen Überblick über das aktuelle Architekturgeschehen in Tirol zu verschaffen. Unter den Ausgezeichneten ist auch das Projekt "ZEIT DES ERWACHENS – Klösterle, Revitalisierung, Imst, 2015 – 2024 (Architektur: STUDIO LOIS)".
Der Auszug des Statements der Jury dazu lautet: "Das zum Solitär rückgeführte Klösterle wurde sorgfältig und behutsam revitalisiert. [...] Der Abbruch von Erweiterungsgebäuden in Absprache mit dem Denkmalamt hat ein neues Baufeld zwischen dem alten Kloster und dem benachbarten Pflegeheim ermöglicht. Hier fügt sich nun städtebaulich präzise und wohltuend zeitlos der Neubau straßenbegleitend an die historische Bausubstanz. An der Nahtstelle entfaltet sich ein anregender Dialog: Gekonnt wurden Kontraste vereint und zu einem neuen Ganzen verbunden. Historische und zeitgenössische Elemente wurden dabei auf selbstverständliche Weise miteinander in Beziehung gesetzt. Im Inneren des Neubaus wurde der steinerne Charakter von warmen und natürlichen Holzoberflächen abgelöst."
Eine Ausstellung von aut. architektur und tirol in Kooperation mit dem Land Tirol, der Kammer der Ziviltechniker:innen | Arch+Ing Tirol und Vorarlberg, Sektion Architekt:innen und der ZV – Zentralvereinigung der Architekt:innen Österreichs, Landesverband Tirol.
Nähere Informationen zur Ausstellung "Neues Bauen in Tirol 2024": https://aut.cc/ausstellungen/neues-bauen-in-tirol-2024
Nähere Informationen zur "Auszeichnung des Landes Tirol für Neues Bauen 2024": https://aut.cc/bauen-in-tirol/neues-bauen-in-tirol/auszeichnung-des-landes-tirol-fuer-neues-bauen-2024