Wanderausstellung Euregio-Baukulturpreis in der BH Imst eröffnet

Die Wanderausstellung präsentiert die Gewinner des 1. Euregio‑Baukulturpreises und lädt dazu ein, Inspiration für das eigene Lebensumfeld zu sammeln. Zu sehen ist dabei auch das Tiroler Siegerprojekt: Studio Lois mit dem Hauptprojekt Klösterle in Imst. Die offizielle Eröffnung der ersten Ausstellungsstation mit Vorträgen zu Baukultur und Leerstand fand am 18. Februar in der BH Imst statt. Anschließend ist die Ausstellung zwei Wochen lang zugänglich, bevor sie am 3. März nach Landeck weiterzieht.


Drei Bauprojekte aus drei Regionen – ein gemeinsames Thema: Weiterbauen und Entwickeln dort, wo bereits Gebäude bestehen. Der 2025 erstmals vergebene Euregio‑Baukulturpreis rückt damit die architektonische Transformation in den Mittelpunkt und setzt bewusst einen Schwerpunkt auf das Weiterdenken statt auf Neubau.

Die prämierten Projekte sind nun im Rahmen einer Wanderausstellung in allen Tiroler Bezirken zu sehen. Ein historisches Kloster in Imst, eine Tischlerei in Percha (Südtirol) und ein Sozialwohnungsquartier in Trient (Trentino) veranschaulichen, wie vielseitig und wirkungsvoll Baukultur im Bestand umgesetzt werden kann.

Die Ausstellungseröffnungen bieten darüber hinaus umfassende Informationen zur Baukultur und geben Impulse für die Gestaltung des eigenen Lebensraums.

Eröffnung in der Bezirkshauptmannschaft Imst

Erste Station der Wanderausstellung ist die Bezirkshauptmannschaft Imst. Bei der offiziellen Eröffnung am 18. Februar begrüßte Hausherrin BH Eva Loidhold unter anderem Matthias Fink (Generalsekretär der Euregio Tirol–Südtirol–Trentino), den Tarrenzer Bürgermeister Stefan Rueland (Obmann des Gemeindeverbands Pflegezentrum Gurgltal), den Milser Bürgermeister Bernhard Schöpf sowie Markus Mauracher (Geschäftsführer Regio Imst).

Ich bin stolz darauf, dass wir als Erste diese tolle Ausstellung zeigen dürfen. Passend dazu haben wir aktuell mit den Erhaltungsarbeiten ebenfalls eine Baustelle in unserem Haus. Wichtig ist, beim Thema Baukultur über die Grenzen hinauszuschauen. Oft ist uns gar nicht bewusst, wenn sich gewohnte Ausblicke verändern. Ein brennendes Thema ist auch der Leerstand in unseren Städten und Dörfern, der durch verschiedene Initiativen angegangen werden muss“, erklärte BH Loidhold.

Im Anschluss referierte DI Hannes Lechner von der Abteilung Dorferneuerung & Lokale Agenda 21 des Landes Tirol über Baukultur und den Euregio‑Baukulturpreis: „Am Beginn stellt sich die Frage, was Baukultur ist. Wir bauen nie ohne Kontext oder etwas Bestehendes – auch nicht auf der grünen Wiese. Es geht um den Umgang mit dem Vorhandenen und um die Beziehung zwischen Alt- und Neubau.“

Über den Euregio-Baukulturpreis

Der Euregio‑Baukulturpreis wurde vom Tiroler Alt‑Landeshauptmann Wendelin Weingartner mitinitiiert und 2025 erstmals verliehen. Die Auszeichnung zeigt auf, wie Bauen Umwelt, Lebensqualität und Identität positiv prägen kann. Die Ausschreibung richtete sich an Architekturschaffende; insgesamt wurden 55 Projekte eingereicht. Eine Fachjury, deren Mitglieder aus Regionen außerhalb der Euregio stammten, wählte eine Reihe vielversprechender Einreichungen aus und besichtigte diese anschließend vor Ort.

2025 wurden Studio Lois (Innsbruck) für das Projekt „Zeit des Erwachens – Klösterle“ in Imst, Lukas Mayr (Percha/Innsbruck) sowie Campomarzio (Trento/Bozen) für ihren sensiblen und zukunftsweisenden Umgang mit bestehender Bausubstanz ausgezeichnet. Der Publikumspreis ging an das Architekturbüro he und du für das Projekt „FELSA“ und wurde mit einer Lithografie des ladinischen Künstlers Anvidalfarei gewürdigt.

Das Klösterle in der Imster Oberstadt ist ein Beispiel für die gelungene Ergänzung von Alt- und Neubau. In den Jahrhunderten hatte das Gebäude vielfältige Funktionen – von der Ausdehnung unter Strele über Krankenhaus und Versorgungsheim bis zur Flüchtlingsunterkunft. Der nicht denkmalgeschützte Ergänzungsbau aus dem 19. Jahrhundert wurde abgetragen und durch eine Erweiterung für das Pflegezentrum Gurgltal ersetzt. Der denkmalgeschützte Altbestand, der bis ins 14. Jahrhundert, zurückreicht, wurde zu betreutem Wohnen umgebaut“, erläuterte Lechner.

Die nächste Ausgabe des Euregio‑Baukulturpreises ist für 2027 geplant. Der Arbeitstitel lautet „Maßgeschneidert in Bestand und Umgebung“ und richtet sich erstmals an das Handwerk. Die Verleihung wird im Trentino stattfinden.

Kostenlose Beratung durch den Leerstandmanager

Zum Abschluss der Eröffnung stellte Architekt Werner Burtscher die Leerstandsberatung im Bezirk Imst vor. Der Fokus liegt auf Beratung, Sensibilisierung und der Wiederbelebung bestehender Bausubstanz. Seit Oktober 2024 unterstützt Burtscher den Bezirk als Leerstandsmanager mit kostenlosen Beratungen. Sein Ansatz: Durch persönliche Gespräche, Vertrauen und gezielte Information entstehen neue Chancen für alte Gebäude. Ziel ist es, bestehende Bausubstanz sinnvoll zu nutzen und Ortskerne zu stärken.

Es braucht Bewusstsein und Zeit, um den oft einfacheren Abriss aufzuschieben und eine sinnvolle Nutzung zu erarbeiten“, so Burtscher. Finanziert wird seine Arbeit durch EU‑Mittel und das Land Tirol über das Regionalmanagement Imst. Er agiert unabhängig und ohne wirtschaftliche Interessen – ein Ansatz, der Vertrauen schafft.

Ausstellung inspiriert zum Nachdenken über eigenen Lebensraum

Die Wanderausstellung richtet sich an eine breite Öffentlichkeit und lädt dazu ein, über den eigenen Lebensraum nachzudenken: Was macht Orte lebenswert? Welche Rolle spielen Haltung, Gestaltung und Verantwortung beim Bauen? Und wie kann Bestehendes sinnvoll weiterentwickelt werden?

Begleitend zur Ausstellung finden Kurzvorträge zu Themen wie den Angeboten der Dorferneuerung Tirol statt. Zudem informieren Leerstandsberater:innen aus den Regionen über ihre Arbeit und ihre Unterstützungsangebote.

Die Wanderausstellung der Siegerprojekte des Euregio‑Baukulturpreises ist zwei Wochen lang in der BH Imst zu sehen. Weitere Stationen sind u. a. die BH Landeck (Eröffnung am 3. März) und die BH Reutte (Eröffnung am 13. April).

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