Zusätzlich zum Tiefgaragen-Betrieb und der E-Ladesäulen-Infrastruktur übernehmen die Stadtwerke Imst weitere Aufgaben im Mobilitätsbereich. Von der Stadtgemeinde wandern auch die innerstädtischen Buslinien und das das E-Carsharing-Angebot FloMobil in den Verantwortungsbereich des kommunalen Versorgungsunternehmens. Damit verantworten die Stadtwerke Imst künftig die Schlüsselbereiche der Mobilität in der Bezirkshauptstadt. Rund 700.000 Euro werden jährlich in deren Bewirtschaftung investiert.
In der Gemeinderatssitzung am 17. Dezember 2024 wurde einstimmig eine weitreichende Veränderung beschlossen. Zentrale Bereiche des Verkehrs wurden Ende 2024 von der Stadtgemeinde Imst in den Verantwortungsbereich der Stadtwerke Imst verlagert. Das kommunale Infrastrukturunternehmen versorgt die Stadt seit Jahrzehnten mit Energie, Trinkwasser und Internet. Zudem betrieben die Stadtwerke bereits seit 2010 die Sparkassen-Tiefgarage sowie die Tiefgarage beim Pflegezentrum sowie Ladesäulen. Damit verfügen sie über einschlägige Erfahrung im Bereich Infrastruktur. Nun wurde das Leitungsportfolio es Versorgungsunternehmens um zentrale Aufgaben im Mobilitätsbereich erweitert.
"Wir übernehmen das operative Geschäft von der Stadtgemeinde. Die politischen Vorgaben, Zielsetzungen und Ausrichtungen trifft aber weiterhin die Stadt mit ihren Ausschüssen und dem Gemeinderat", betont Thomas Huber, Direktor der Stadtwerke Imst. Die Mobilitätsagenden werden nun in einen eigenen Geschäftsbereich zusammengefasst.
"Wir haben das Thema Mobilität und Verkehr nunmehr gesamthaft bei den Stadtwerken Imst zusammengeführt. Damit nutzen wir auch Synergien. Ziel war und ist es, städtische Versorgungsstrukturen im Bereich Mobilität bei einem starken Leistungsträger zu bündeln und wirkungsvoll umzusetzen",
erklärt Christian Linser, Obmann des Verwaltungsausschusses der Stadt Imst, den Hintergrund.
Somit sind seit Jahresbeginn 2025 die Stadtwerke Vertragspartner des Verkehrsverbundes Tirol (VVT). Das daraus resultierende Angebot für die Bevölkerung umfasst 48 Haltestellen und sieben Buslinien im Stadtgebiet von Imst, 350.000 Fahrkilometer fahren die VVT-Busse pro Jahr. Monatlich nutzen 16.000 Fahrgäste das Mobilitätsangebot, darunter mehr als 1.700 Stammkundinnen und -kunden.
In diesem Zusammenhang erinnerte Verkehrsreferent und 1. Vizebürgermeister Thomas Schatz nochmals an die Ausschreibung des VVT für den Stadtverkehr: "Der Vergabeprozess am Beginn der neuen Gemeinderatsperiode war spannend und wir sind gut gestartet. Die sieben Buslinien werden gut angenommen und wir sind froh, das mit Postbus und Auderer Reisen zwei heimische Unternehmen die Ausschreibung gewonnen haben. Zudem hat die Stadtgemeinde rund 400.000 Euro in neue Bushaltestellen investiert." Diese strukturelle Neuausrichtung ist für Schatz von großer Bedeutung und er ergänzt, dass "Handlungsschnelligkeit und Kompetenz nötig sind, um Mobilitätsdienstleistungen effizient abzuwickeln. Die Stadtwerke bringen beides mit."
Die hoheitlichen Verkehrsagenden wie die Parkraumbewirtschaftung oder die Temporegelungen bleiben im Beriech der Stadtgemeinde. Den Betrieb der beiden Tiefgaragen bei der Sparkasse und dem Pflegezentrum verantworten wie schon bisher ebenfalls die Stadtwerke. Insgesamt verwalten sie 180 Stellplätze und registrieren jährlich 40.000 Kurzparker sowie 55.000 Parkvorgänge von Dauerparkern. "Mit diesem Angebot ist es uns gelungen den Suchverkehr nach einem Parkplatz deutlich einzuschränken. Früher sind die Leute gleich mehrere Runden auf der Suche nach einem freien Parkplatz um die Sparkasse gefahren. Jetzt wird zielgenau die Sparkassen-Tiefgarage angefahren. Damit wird für eine Verkehrsentlastung gesorgt. Natürlich ist der Tiefgaragenbetrieb mit entsprechenden Kosten verbunden und keine Cashcow", verweist Stadtwerke-Direktor Huber.
Daneben wird auch der weitere Ausbau der E-Mobilität von den Stadtwerken mit einer begleitenden Infrastruktur unterstützt. Ihre beiden Schnellladestationen beim Roten Kreuz und dem Rathaus sowie eine Ladesäule beim Sportzentrum werden jährlich für rund 5.500 Ladevorgänge von E-Autos genutzt. Mit 39 Cent pro Kilowattstunde für das Schnellladen zählt das Angebot zu den günstigeren im Land. Zusätzlich erhalten Stromkunden der Stadtwerke Imst einen Rabatt von 10 Prozent. Eine einfache Kontaktaufnahme mit dem Kundenbüro der Stadtwerke genügt, um in den Genuss dieses Rabatts zu kommen.
In das Portfolio der Stadtwerke ist nun auch der Betrieb des E-Carsharing-Angebots FloMobil gewandert. Seit zwei Jahren steht das E-Auto zum Ausleihen beim Stadtamt am Rathausparkplatz in Imst zur Verfügung. Die Buchung erfolgt über App oder Website, nach Registrierung erhalten Nutzer eine Mobilitätskarte zur Fahrzeugfreischaltung. "Wir sehen das FloMobil vor allem als nachhaltige, günstige Alternative zum eigenen Zweitwagen und wollen dieses Angebot in Zukunft verstärkt bewerben. Aktuell gibt es durchschnittlich eine Nutzung pro Tag. Hier besteht hinsichtlich der Nutzungszahlen noch ungehobenes Potenzial. Wir werden daran arbeiten, die Nachfrage entsprechend anzukurbeln und die Auslastungszahlen nach oben zu bringen", gibt Stadtwerke-Direktor Thomas Huber die weitere Richtung vor.
Insgesamt 700.000 Euro investieren die Stadtwerke Imst künftig in das Mobilitätsangebot aus VVT-Linienverkehr, Tiefgaragen- E-Ladeinfrastruktur und E-Carsharing. Von der Stadtgemeinde wechseln aus dem Budget 500.000 Euro zu den Stadtwerken. Dazu kommen weitere Einnahmen und Verpflichtungen (z.B. Abschreibungen bei den Tiefgaragen).
„Dies ist eine Investition zugunsten der Lebensqualität in unserer Stadt. Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger ein, dieses Angebot auch im Sinne der Nachhaltigkeit und CO₂-Reduktion in Anspruch zu nehmen“, so Verwaltungsausschuss-Obmann Christian Linser abschließend.