"Madler, ’s isch Zeit" - Ausstellung von Melanie Thöni eröffnet

Die Ausstellung "Madler, ’s isch Zeit" von Melanie Thöni ist noch bis 10. Jänner 2026 in der Städtischen Galerie Theodor von Hörmann in Imst zusehen. Die aus Ried im Oberinntal stammende Künstlerin greift in ihrer Arbeit auf klassische Motive zurück, die tief in die nordalpine Kunstgeschichte hineinreichen, um diese einer feministischen Neubewertung zu unterziehen. Ihre Werke spielen mit dem voreingenommenen Blick, den man zuweilen auf alles Rurale hat.

 

Die Städtische Galerie Theodor von Hörmann zeigt in der aktuellen Ausstellung bis einschließlich 10. Jänner 2026 unter dem Titel "Madler, ’s isch Zeit" 42 Werke von Melanie Thöni. Die in Ried im Oberinntal aufgewachsene und in Wien lebende Künstlerin zeigt Frauen, wie man sie zu kennen glaubt: aus alten Fotografien, Erinnerungen und Gemälden, deren Blickrichtungen lange von männlichen Perspektiven bestimmt waren. Doch in Thönis Arbeiten ist etwas anders. Die Frauen blicken zurück. Ihre Präsenz erzählt von einem Alltag, der mehr ist als bloßes Beiwerk zur großen Erzählung.

Zielstrebigkeit und Leidenschaft für die Malerei

Die Ausstellung wurde am 13. November mit einer Vernissage eröffnet. Kulturreferentin GRin Barbara Hauser nahm die Begrüßung vor. Zahlreiche Kunstinteressierte und Künstler:innen aus nah und fern hatten den Weg in die Städtische Galerie Theodor von Hörmann gefunden. Selten war eine Vernissage so gut besucht. Als Ehrengäste wurden Bundesrat Christoph Stillebacher, Bürgermeister Stefan Weirather, Stadträtin Pia Walser, Bürgermeister Daniel Patscheider (Ried i.O.) und Sponsorenvertreter Jörg Gamroth (Raiffeisenbank Oberland-Reutte) begrüßt. 

"Ich durfte Melanie Thöni bei meinen Wien-Aufenthalt im Herbst 2024 in der Akademie für Bildende Künste besuchen. Sie hat mich dazu spontan eingeladen und mich durch ihr Atelier geführt. Seither bin ich von dieser jungen Frau ziemlich beeindruckt, mit welcher Zielstrebigkeit und Leidenschaft sie ihre Malerei vorantreibt", so Kulturreferentin Hauser. Im Anschluss an diese große Einzelausstellung in Imst sind ihre Bilder 2026 in der Heidi Horten Collection in Wien sowie in der Ausstellung der Stiftung Sparkasse Südtirol in Bozen zu sehen. In der Künstlerstadt Gmünd ist sie über den Sommer als Artist in  Residence tätig. "Ihre Werke hat sie schon in der ganzen Welt verkauft. Ein Bild wurde am 11. November bei einer Charity-Aktion in der Albertina versteigert. Das ist alles schon ein sehr beachtlicher Weg", zollte Hauser der Künstlerin Respekt.

Aufruf mit Augenzwinkern

Zur Ausstellung sprach die Kunst- und Kulturwissenschaftlerin Johanna Böhm. In ihrem Vortrag erläuterte sie zahlreiche Hintergründe zu den idealisierten Berg- und Bauernmotiven und spannte den Bogen vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. "Leitmotiv in Melanies Arbeiten sind ganz klar Frauen. Sie sind nicht bloß Objekt, sie sind uns gegenüber und zwingen uns, unsere eigenen kulturellen Muster zu erkennen - die patriarchalen Blickregime und die eingefleischten Zuschreibungen. Schau wia schian, schau wia liab, aber viel zu selten; schau wia gscheit, schau wia kompetent, schau wia stark", kommentierte Laudatorin Böhm und ergänzte: "Was Melanie dabei gelingt, ist etwas Seltenes. Es ist eine feministische Ästhetik, die weder belehrt noch jammert. Es ist kein männerhassender Feminismus, sondern ein Frauen-selbstverständlich-machender Mechanismus. Es ist eine weiblich geprägte Kunstgeschichte, die kein Gegensatz und keine Ergänzung ist, sondern eine radikale Selbstbehauptung und Aneignung.“ Der Aufruf "Madler, 's isch Zeit!" sei weniger martialisch als Andres Hofers Schlachtruf. Es sei aber auch kein Aufruf zum Kämpfen, sondern zum Sehen, Denken, Fühlen und Handeln - ein Aufruf mit Augenzwinkern. "Es ist Zeit das Vertraute neu zu sehen, Zeit das Ländliche nicht länger zu romantisieren, sondern pluralisieren, Zeit Kunstgeschichte umzuschreiben - nicht laut, sondern zart."

Melanie Thöni dankte in ihren Grußworten für die Unterstützung. "Die ausgestellten Werke sind alle im letzten im Jahr entstanden. Eine Premiere für mich ist die Skulptur "'Luftschlösser baun'n", die aus Styropor und Gips besteht. Der Leitsatz durch die Ausstellung stammt von meinem leider verstorbenen Professor - Alles ist von einem Witz, von einem Witz, von einem Witz! Man muss öfters schauen und findet dann Details, die humorvoll sind."

Für die passende musikalische Umrahmung sorgte Sabine Gruber mit Zither und Gesang. Für die Organisation zeigt sich das Kulturbüro der Stadt Imst mit Kathrin Deisenberger und Marlene Partl verantwortlich.

Zwischen Sehnsucht, Klischee und Widerstand

Thöni spielt mit unseren Vorstellungen vom Ländlichen – zwischen Sehnsucht, Klischee und Widerstand. Ihre Figuren, meist Frauen, erzählen die Geschichte ihrer Herkunft neu. In ihren Werken verwandeln sich vertraute Szenen in vielschichtige Reflexionen über Arbeit, Weiblichkeit und Erinnerungskultur. Statt ländliche Traditionen nostalgisch zu verklären, formuliert Thöni eine feministische Neubetrachtung historischer Genres. Sie führt das Erbe von Künstlern wie Defregger, Egger-Lienz oder Walde in die Gegenwart – und zeigt, dass Kunstgeschichte auch weiblich erzählt werden kann.

Mit präzisem Blick und ohne Pathos würdigt Thöni jene, die in den großen Erzählungen der Alpen oft fehlen: Frauen, die täglich anpacken. Ihre Malerei macht sie sichtbar – nicht als Beiwerk, sondern als handelnde Subjekte einer lebendigen, modernen Ruralität.

Über die Künstlerin

Geboren 1998 in Zams, Tirol, lebt und arbeitet Melanie Thöni als Malerin in Wien sowie im Tiroler Oberland. Aktuell studiert sie an der Akademie für Bildende Künste. In ihrer Kunst verbindet sie Herkunft, Identität und Gegenwart. Sie gehört zu einer jungen Generation von Künstler:innen, die Farbe und Form neu denken – und zugleich an die Bildsprache der nordalpinen Kunsttradition anknüpfen.

Öffnungszeiten und Rahmenprogramm

Die Ausstellung "Madler, ’s isch Zeit“ von Melanie Thöni ist in der Städtischen Galerie Theodor von Hörmann (Stadtplatz 11, 6460 Imst) von 14. November 2025 bis 10. Jänner 2026 zu sehen. Die Öffnungszeiten der Galerie sind von Donnerstag bis Samstag von 14 bis 18 Uhr (an Feiertagen geschlossen). Von 6. bis 21. Dezember (Advent) gelten erweiterte Öffnungszeiten: zusätzlich Sonntag, 14 bis 18 Uhr und am Feiertag Mo, 8. Dezember, 14 bis 18 Uhr.

Am Freitag, 21. November 2025, um 19:00 Uhr Uhr findet in der Galerie eine Lesung mit wortraum - plattform für oberländer autorInnen statt. Bei der Finissage am Samstag, 10. Jänner 2026, von 14:00 bis 18:00 Uhr ist die Künstlerin anwesend.

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