
Aufruf zur Mithilfe: Das Zeckenmonitoring kann unterstützt werden, indem Funde einfach und kostenlos per App gemeldet werden.
© Shutterstock/Land Tirol
Zecken zählen nach den Stechmücken zu den häufigsten Parasiten im Alpenraum und übertragen zahlreiche Krankheiten. Da ihre Aktivität bisher kaum erfasst wird, ist eine gezielte Vorsorge schwierig. Das Interreg‑Projekt „Zeckenmonitoring – MONZEC“ möchte gemeinsam mit Jägern, Landwirten und der Bevölkerung ein flächendeckendes Monitoring aufbauen, um künftig bessere Empfehlungen zum Schutz vor Zecken geben zu können. Alle Infos unter www.zeckencheck.at.
Aufgrund der milden Temperaturen beginnt die Zeckensaison mittlerweile immer früher. Schon im Februar und sogar an warmen Wintertagen werden Zecken aktiv. Das Team von Dr. Gernot Walder, der Südtiroler Jagdverband, der Tiroler Jägerverband sowie eine Gruppe von Veterinärärzten aus Belluno haben deshalb im Frühjahr 2024 das grenzüberschreitende Interreg-Projekt „Zeckenmonitoring – MONZEC“ (Interreg VI-A Italien–Österreich 2021–2027) ins Leben gerufen.
Ziel ist es, Zeckenfunde mittels App zu erfassen, automatisch an eine Datenbank zu übermitteln und auf einer Karte darzustellen. Sichtbar wird so auch, in welchen Höhenlagen Zecken an Rehen, Hirschen, Gämsen, Hunden und Menschen vorkommen.
Krankheiten frühzeitig erkennen
Zecken breiten sich seit Jahren in immer höher gelegene Regionen aus und stellen somit ein zunehmendes Risiko für den Menschen dar. Neben der bekannten FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) können sie auch Borrelien übertragen – gegen diese gibt es zwar keine Impfung, aber eine wirksame antibiotische Therapie.
Je früher eine Infektion erkannt und behandelt wird, desto geringer ist das Risiko eines schweren Verlaufs. Weniger bekannte Erreger wie Anaplasmen, Rickettsien (Bakterien) oder Babesien (Parasiten) können ebenfalls von Zecken übertragen werden.
Zu den besonders gefährdeten Gruppen zählen neben der Jägerschaft auch Landwirte, Sportler sowie Haustierbesitzer – denn Zecken treten inzwischen auch in Regionen auf, in denen es zuvor keine gab.
Was soll gemeldet werden?
Erfasst werden sollen:
- Zeckenbefall an Wildtieren
- Zeckenfunde an Haustieren (Hund, Katze)
- Zeckenstiche beim Menschen
Gerade letzteres ist entscheidend, um die allgemeine Zeckenaktivität in einer Region mit dem tatsächlichen Stichrisiko für Menschen zu verknüpfen.
Die App ist kostenlos, nicht personenbezogen und funktioniert über Handynummer und Passwort. Nach der Anmeldung kann sofort mit der Meldung begonnen werden.
Erfasste Daten über die App
- GPS-Koordinaten des Fundorts
- Auswahl: Reh, Hirsch, Gämse, Hund, Katze oder Mensch
- Anzahl der Zecken
- Foto der Zecke
- Freitextfeld zum Fundort (z. B. Vulgoname)
In der integrierten ArcGIS-Karte werden die gemeldeten Funde visualisiert.
Ungewöhnliche oder exotische Zeckenarten sollten fotografiert und per E‑Mail oder SMS an das Labor geschickt werden. Bei Verdacht auf seltene Arten – wie zuletzt Hyalomma rufipes in Osttirol – bittet das Labor darum, die Zecke zur genaueren Untersuchung einzusenden.
Zeckenkit und Laboruntersuchung
Wer wissen möchte, ob eine entfernte Zecke Krankheitserreger enthält und ob eine frühzeitige Therapie sinnvoll ist, kann über www.zeckencheck.at einen kostenlosen „Zeckenkit“ bestellen und die Zecke einsenden. Im Labor wird sie auf in Tirol vorkommende Erreger untersucht. Der Patient wird anschließend über das Ergebnis sowie gegebenenfalls notwendige therapeutische Schritte informiert.
Zeckenmonitoring_Plakat.pdf herunterladen