Hörmann-Galerie: „Zwiegespräche“ – Ausstellung von co.opSTOFF eröffnet

Mit ihrer neuen Ausstellung „co.opSTOFF – Zwiegespräche“ lädt die Städtische Galerie Theodor von Hörmann in Imst zu einer vielschichtigen Auseinandersetzung mit Körperlichkeit, Erinnerung und dem Frausein ein. Das Künstlerinnenkollektiv co.opSTOFF eröffnet mit seinen textilen Arbeiten einen sensiblen Dialog zwischen Material und Mensch und schafft feinsinnige Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Ausstellung ist bis zum 4. April 2026 zu sehen.


Die Städtische Galerie Theodor von Hörmann zeigt in der aktuellen Ausstellung 30 Werke des Künstlerinnenkollektivs co.opSTOFF. Ursprünglich bestand das Trio aus Irmgard Hofer‑Wolf, Monika Köck und Christine Siess. Nach dem Tod von Christine Siess arbeiten Hofer‑Wolf und Köck zu zweit weiter. Christines Arbeiten bleiben jedoch integraler Bestandteil des Gesamtwerks und wirken in den Ausstellungen nach. 

Eröffnung der Ausstellung

Am 29. Jänner wurde die Ausstellung mit einer Vernissage eröffnet. Kulturreferentin GRin Barbara Hauser begrüßte zahlreiche Kunstinteressierte und Gäste aus nah und fern. Als Ehrengäste konnten Bundesrat Christoph Stillebacher sowie Vorstand Roger Klimek (Raiffeisenbank Oberland‑Reutte) willkommen geheißen werden.

Wir erinnern uns noch gerne an die spannende Präsentation von co.opSTOFF während der KUNSTSTRASSE in Imst. Damals waren sie noch zu dritt, leider ist Christine Siess im Jahr 2020 bei einem Unfall verstorben. Die drei Damen kennen und kannten sich schon über Jahrzehnte und sind seit rund 20 Jahren künstlerisch tätig. An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass Irmgard Hofer‑Wolf kürzlich den Fritzi‑Gerber‑Preis 2025 der Galerie Nothburga verliehen bekommen hat“, leitete Kulturreferentin Hauser ein.

Musikalische Gestaltung und Organisation

Für die musikalische Umrahmung sorgte das Trio TRIALOG mit Andreas Gilgenberg (Saxofon, Flöte), Walter Singer (Kontrabass) und Klaus Hofer (Percussion). Passend zum Motto der Ausstellung traten die Musiker mit Contemporary Jazz – teils mit Eigenkompositionen – in musikalische Zwiegespräche. Die Organisation lag beim Kulturbüro der Stadt Imst mit Kathrin Deisenberger und Marlene Partl.

Textile Erfahrungen als Ausgangspunkt

Die Arbeiten von co.opSTOFF rufen Erinnerungen wach, berühren gespeichertes Wissen und biografisch geprägte Assoziationen. Jede Betrachterin und auch jeder Betrachter verfügen über textile Erfahrungen: Stoffe, Fasern und Fäden sind Teil unterschiedlichster Lebenswelten – sie berühren den Körper, begleiten uns von frühester Kindheit an und speichern Geschichte.

Die freischaffende Künstlerin und Kunsthistorikerin Lisa Krabichler hielt die Laudatio. Zunächst gab sie in einem kurzen Vortrag Einblicke in Hintergründe und Schaffen von co.opSTOFF. Anschließend führte sie einen Dialog in Form von Fragen mit den beiden Künstlerinnen.

Die Abwendung vom Gebrauchshandwerk und die Hinwendung zu einer emanzipierten Textilkunst beschrieben die beiden als Befreiung, als Autonomisierung und als Erlaubnis zur Selbstverwirklichung.“ Dies werde bereits in der Installation Frauenzimmer“ von Christine Siess sichtbar, die im Eingangsbereich zu sehen ist: Ein Begriff, der einst abwertend verwendet wurde, wird hier zu einem Sehnsucht‑ und Rückzugsort. Die Installation zeigt eine ambivalente Verbindung aus Prägungen und Gestaltungswillen – eine Ambivalenz, die sich durch die gesamte Ausstellung zieht.

Zwiegespräche als Leitmotiv

Die Ausstellung ist von einer Vielzahl an Dialogen durchdrungen. co.opSTOFF führt Zwiegespräche – mit Stoff, mit den Händen und mit Gedanken, die sich dem Tastsinn, Feinsinn, der Körperlichkeit, der Erinnerungskultur und dem Frausein widmen.

Zwiegespräche ergeben sich auch mit alten Textilien: Gebrauchte Stoffe, Kleidungsstücke und Handarbeiten bergen handwerkliches Wissen und traditionelle Techniken, ermöglichen neue Betrachtungsweisen und Verknüpfungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Es entstehen poetische, feinsinnige und manchmal unbequeme Bezüge zu Körper, Geschichte und Identität.

Das Hemd der Margarete

Ein zentrales Werk der Ausstellung ist „Das Hemd der Margarete“, das von beiden Künstlerinnen entwickelt wurde. Ausgangspunkt ist Margarete von Tirol und Görz, bekannt als Margarete Maultasch. Über Jahrhunderte wurde sie unterschiedlich gedeutet – von der brutalen Heerführerin über die liederliche Fraufigur bis zur bedeutenden Landesfürstin. Diese widersprüchlichen Zuschreibungen zeigen Mechanismen von Rufmord und Manipulation, die in Zeiten von Fake News nichts an Aktualität verloren haben. 

Wie bei etlichen anderen Arbeiten von co.opSTOFF macht auch das „Hemd der Margarete“ weibliche Befindlichkeiten, Verletzlichkeit, aber auch Widerstand sichtbar und spürbar.

Ein vielschichtiges Geflecht

Die Ausstellung „Zwiegespräche“ vereint leise und intensive Unterhaltungen: zwischen Material und Mensch, Vergangenheit und Gegenwart, Abwesenheit und Präsenz sowie zwischen Körper, Erinnerung und Identität.

Rahmenprogramm und Öffnungszeiten

Städtische Galerie Theodor von Hörmann 

  • co.opSTOFF - Zwiegespräche
  • 30.01. – 04.04.2026
  • Do. – Sa., 14 – 18 Uhr, an Feiertagen und am 12.02. (Unsinniger Donnerstag) geschlossen
  • www.imst.gv.at/kultur

Rahmenprogramm zur Ausstellung 

  • Finissage: Sa, 04.04.2026, 14 – 18 Uhr, die Künstlerinnen sind anwesend
  • co.opStoff+-+Monika+K%c3%b6ck+und+Irmgard+Hofer-Wolf+(v.l.)+-+stellen+in+der+St%c3%a4dtischen+Galerie+Theodor+von+H%c3%b6rmann+in+Imst+aus.
  • Installation+%22Frauenzimmer%22%3a+Die+Ausstellung+%22Zwiegespr%c3%a4che%22+ist+bis+4.+April+in+der+St%c3%a4dtischen+Galerie+Theodor+von+H%c3%b6rmann+in+Imst+zu+sehen.
  • Ausstellungser%c3%b6ffnung+(v.l.)%3a+Laudatorin+Lisa+Krabichler%2c+Monika+K%c3%b6ck%2c+Roger+Klimeck+(RBOR)%2c+Irmgard+Hofer-Wolf%2c+Kulturreferentin+Barbara+Hauser+und+Marlene+Partl+(Kulturb%c3%bcro).
  • Zeigten+sich+begeistert%3a+Kulturreferentin+Barbara+Hauser+und+Bundesrat+Christoph+Stillebacher.
  • Die+K%c3%bcnstlerinnen+Monika+K%c3%b6ck+und+Irmgard+Hofer-Wolf+mit+Kulturreferentin+Barbara+Hauser+(re.)+und+Roger+Klimek.
  • Roger+Klimek%2c+Irmgard+Hofer-Wolf%2c+Monika+K%c3%b6ck+und+Kulturreferentin+Barbara+Hauser+(v.l.).
  • Begr%c3%bc%c3%9fte+die+G%c3%a4ste%3a+Kulturreferentin+Barbara+Hauser.
  • Die+Kunsthistorikerin+Lisa+Krabichler+sprach+zur+Ausstellung.
  • Laudatorin+Lisa+Krabichler+im+Gespr%c3%a4ch+mit+Irmgard+Hofer-Wolf+und+Monika+K%c3%b6ck.
  • F%c3%bcr+die+musikalische+Umrahmung+sorgten+TRIALOG%2c+Gilgenberg+-+Singer+-+Hofer%2c+contemporary+jazz.
  • Zahlreiche+Kunstinteressierte+aus+nah+und+fern+waren+zur+Vernissage+gekommen.
  • DSC_0002
  • DSC_0003
  • DSC_0004
  • DSC_0005
  • DSC_0007
  • DSC_0010
  • DSC_0011
  • DSC_0013
  • DSC_0015
  • DSC_0016
  • DSC_0017
  • DSC_0018
  • DSC_0019
  • DSC_0020
  • DSC_0021
  • DSC_0022
  • DSC_0023
  • DSC_0024
  • DSC_0025
  • DSC_0026
  • DSC_0027
  • DSC_0028
  • DSC_0029
  • DSC_0030
  • DSC_0031
  • DSC_0032
  • DSC_0033
  • DSC_0034
  • DSC_0035
  • DSC_0036
  • DSC_0037
  • DSC_0038
  • DSC_0040
  • DSC_0041
  • DSC_0042
  • DSC_0045
  • DSC_0046
  • DSC_0047
  • DSC_0048

1 | 2| > | >|