Einblicke ins Schutzprojekt am Malchbach: WLV öffnete ihre Türen für die HTL Imst

Am Malchbach in der Stadt Imst setzt die Gebietsbauleitung Oberes Inntal der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) seit 2020 umfassende Maßnahmen zur Sicherung des dicht besiedelten Ortskerns um. Schüler:innen der HTL Imst konnten sich direkt in der Gebietsbauleitung über das 30-Millionen-Euro-Großprojekt informieren. 


Schüler:innen der HTL Imst verbrachten am 1. Juli einen lehrreichen Vormittag ganz im Zeichen des Naturgefahrenmanagements. Sie erhielten fundierte Einblicke in die Schutzmaßnahmen am Malchbach, wo die Sanierung der bestehenden Verbauung im Vordergrund steht. Ziel ist die langfristige Sicherung des dicht besiedelten Ortskerns von Imst

Mit der HTL Imst besteht schon seit Jahren eine enge Verbindung. Die Zusammenarbeit ist für uns eine gute Möglichkeit, den Fachkräften von morgen zu zeigen, wie wichtig der Schutz vor Naturgefahren ist und worauf es in der Praxis ankommt. Das Interesse der Schülerinnen und Schüler freut uns sehr“, betont Gebhard Walter, Leiter der WLV Sektion Tirol. 

Auch Stefan Weirather, Bürgermeister der Stadt Imst, begleitete die jungen Techniker:innen auf ihrem Besuch bei der WLV Gebietsbauleitung Oberes Inntal und stand ihnen für Fragen zur Verfügung. Die Stadtgemeinde Imst ist neben Bund und Land Tirol Finanzierungspartner für das Projekt Malchbach.

Umfangreiches Schutzprojekt am Malchbach

Am Malchbach setzt die Gebietsbauleitung Oberes Inntal der WLV derzeit das dritte Detailprojekt „Mühlenweg“ um. Damit wird das untere Ende des historischen Häuserbestandes von Imst erreicht. Daniel Kurz, Gebietsbauleiter Oberes Inntal der WLV, erklärt: „Der nächste Abschnitt befindet sich direkt im Zentrum von Imst, im Bereich des Johannesplatzes bachaufwärts. Dies ist einer der schwierigsten Bauabschnitte des Projekts. Aktuell laufen die Detailplanungen, die eng mit den Planern zur Neugestaltung des Johannesplatzes abgestimmt werden.“  Das umfangreiche Schutzprojekt am Malchbach ist mit 30 Millionen Euro budgetiert und wird um das Jahr 2040 fertiggestellt. 

Gebhard Walter: „In einem Bundesland wie Tirol hat der Schutz vor Naturgefahren einen immens hohen Stellenwert. Das zeigt sich unter anderem in den jährlichen Investitionen der Wildbach- und Lawinenverbauung. Allein für das Jahr 2026 sind in Tirol rund 51,6 Millionen Euro für Wildbäche, Lawinen sowie Erosion und Steinschlag vorgesehen.“

Einblicke ins Naturgefahrenmanagement

Neben Informationen zum Projekt erhielt die HTL-Klasse eine Führung durch die Gebietsbauleitung Oberes Inntal, die im Juni 2024 neu eröffnet wurde. „Die Schüler:innen erhielten nicht nur grundlegende Informationen über die Arbeit der WLV und ins Naturgefahrenmanagement, sondern auch interessante Einblicke in das Gebäude selbst“, freute sich HTL-Lehrer Harald Pöll. Beim Bau kamen nachhaltige Baustoffe zum Einsatz, wobei vor allem Holz aus klimaresilienten und regionalen Baumarten wie der Tanne verwendet wurde.

Bezirke Imst und Landeck: 8,2 Millionen Euro für den Schutz vor Wildbächen

Die Gebietsbauleitung Oberes Inntal der Wildbach- und Lawinenverbauung mit Sitz in Imst betreut 54 Gemeinden in den Bezirken Imst und Landeck. Im Jahr 2026 wird die Gebietsbauleitung Oberes Inntal insgesamt rund 8,2 Millionen Euro in den Schutz vor Wildbächen investieren, rund zwei Millionen Euro in den Erosions- und Steinschlagschutz und rund 2,8 Millionen Euro in den Lawinenschutz. Die Gebietsbauleitung Oberes Inntal beschäftigt 15 Mitarbeiter:innen im Büro und 53 auf den Baufeldern.

Über die Wildbach- und Lawinenverbauung, Sektion Tirol

Die Wildbach- und Lawinenverbauung ist eine nachgeordnete Dienststelle des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung und Infrastruktur vor Naturgefahren. Die Sektion Tirol mit ihrem Hauptsitz in Innsbruck umfasst fünf Gebietsbauleitungen in Lechaschau, Imst, Innsbruck, Wörgl und Lienz. Im Bereich der Sektion Tirol sind insgesamt 65 Techniker:innen und Verwaltungsbedienstete und 190 Mitarbeiter auf den Baufeldern tätig. Die Sektion Tirol betreut 2.320 Wildbach- und 2.694 Lawineneinzugsgebiete mit einer Gesamtfläche von zirka 11.510 Quadratkilometer, das entspricht zirka 91 Prozent der Gesamtfläche von Tirol.

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