Emilie Mediz-Pelikan und Karl Mediz
Ausstellung von 20.9. - 31.-1.2025
Das Künstlerehepaar Emilie Mediz-Pelikan und Karl Mediz verbrachte 1903 einen Sommer lang in Mittelberg im hintersten Pitztal. Dort entstanden zahlreiche Arbeiten, die noch im selben Jahr im Wiener Hagenbund einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Erstmals bot eine Ausstellung einen Überblick über das Gesamtwerk des Künstlerpaares, seine "erträumten Welten", wie es die Wiener Allgemeine Zeitung ausdrückte.
Willi Pechtl hat Arbeiten aus seiner Sammlung für diese Ausstellung zur Verfügung gestellt.
Emilie Mediz-Pelikan (1861-1908) wurde in Vöcklabruck (OÖ) geboren und war letzte Privatschülerin des Landschaftsmalers Albert Zimmermann in Salzburg und München.
1891 heiratete sie den aus Wien stammenden Maler Karl Mediz (1868 - 1945), den sie in der Künstlerkolonie Dachau kennengelernt hatte. Reisen führten die beiden in die Tiroler Berge, die Schweiz, nach Italien, ans Mittelmeer und nach Griechenland, wo Arbeiten entstanden.
1893 kam Tochter Gertrud zur Welt, ein Jahr danach übersiedelten sie nach Dresden, wo sie sich zuvor bereits gelegentlich aufgehalten hatten und Karl als Porträtist geschätzt wurde. In Wien hatte sich das Paar künstlerisch nicht durchsetzen können und stieß auf Ablehnung, trotz Bekanntschaft mit Theodor von Hörmann und teils wohlwollender Kritik. 1890 war Emilie mit ihrer ersten Arbeit an die Öffentlichkeit getreten, der bedeutende Kunstkritiker Ludwig Hevesi schrieb über das Werk, man habe in München "so ein Schauspiel von Impressionismus noch nicht gesehen".
Der künstlerische Durchbruch gelang dem Paar erst um die Jahrhundertwende, Ausstellungen in Dresden, Wien, Berlin und Rom folgten. Museen und Galerien in Wien, Chemnitz und Dresden erwarben Arbeiten der beiden.
1908 stirbt Emilie überraschend, worauf sich Karl Mediz aus der Öffentlichkeit zurückzog, das künstlerische Schaffen der beiden geriet in Vergessenheit.
Die Staatliche Kunstsammlung Dresden verwaltete den Nachlass, doch die Alleinerbin verhinderte Ausstellungen. 1985 kamen Teile der Arbeiten nach Österreich zurück und konnten ein Jahr später in den Oberösterreichischen Landesmuseen präsentiert werden. Erst danach kam es zu einer Wiederentdeckung des Künstlerehepaars und zu einer Neubewertung ihrer Arbeiten.
Heute werden ihre Arbeiten als wichtiger Beitrag der österreichischen Kunstgeschichte um 1900 gesehen, Emilie Mediz-Pelikan gilt als eine der bedeutendsten österreichischen Künstlerinnen dieser Zeit. Neben grafischen Arbeiten beschäftigte sie sich mit Landschaftsmalerei und impressionistischer Freilichtmalerei.
Beide waren mit symbolistischen Werken am Übergang zum Jugendstil, die eine mystische Naturphilosophie ausdrückten, erfolgreich. Besonders die alpine Berg- und Gletscherwelt lieferte Inspirationen, "um der Menschheit ihre Träume zu schenken". Dabei lassen sich ihre Hände oft nicht voneinander unterscheiden, weil ihre künstlerische Zusammenarbeit ungemein eng war, in "gleicher seelischer Übereinstimmung und technischer Fertigkeit", notierte die zeitgenössische Presse.