Ausstellung "Am Wegesrand" in der Hörmann-Galerie und Museum im Ballhaus eröffnet

Mit der Ausstellung „Am Wegesrand“ rückt das künstlerische Erbe des aus Imst stammenden Malers Theodor von Hörmann in den Mittelpunkt. Im Rahmen der Reihe „Ferdinandeum unterwegs“ präsentieren die Tiroler Landesmuseen gemeinsam mit der Städtischen Galerie Theodor von Hörmann und dem Museum im Ballhaus in Imst noch bis 9. Jänner 2027 eine außergewöhnliche Schau, die historische Werke mit zeitgenössischen künstlerischen Positionen in Beziehung setzt. In Malerei, Fotografie, Bildhauerei, Installation und Musik treten die vier Künstler:innen Felix Heiß, Daniel Nikolaus Kocher, Lisa Krabichler und Thordis Wolf in einen kreativen Dialog mit Hörmanns Schaffen und eröffnen neue Perspektiven auf dessen Werk und Wirkung bis in die Gegenwart.


Theodor von Hörmann (geb. 1840 in Imst, gest. 1895 in Graz) zählt zu den Wegbereitern des Impressionismus in Österreich und gilt als bedeutender Vorläufer der Wiener Secession. Sein Lebensweg verlief jedoch keineswegs geradlinig. Nach seiner Laufbahn als Offizier studierte er an der Wiener Akademie der bildenden Künste. Mit seiner Heirat im Jahr 1884 begann eine intensive Reisezeit, die ihn unter anderem nach Paris führte und sein künstlerisches Schaffen nachhaltig prägte. Sein Werk und seine Biografie bieten bis heute vielfältige Anknüpfungspunkte für neue Interpretationen und künstlerische Auseinandersetzungen.

Kuratiert wurde die Ausstellung von Rosanna Dematté, Mitarbeiterin der Tiroler Landesmuseen. Im Rahmen von „Ferdinandeum unterwegs“ greifen die beteiligten Künstler:innen zentrale Aspekte von Hörmanns Werk und Kunstverständnis auf, entwickeln diese weiter und eröffnen neue Perspektiven auf sein Schaffen.

Große Resonanz bei der Vernissage

Mit einer gut besuchten Vernissage wurde die Ausstellung „Am Wegesrand“ am 24. September in der Städtischen Galerie Theodor von Hörmann eröffnet. Kulturreferentin GRin Barbara Hauser begrüßte die zahlreichen Besucher:innen, Künstler:innen und Kunstinteressierten. Die große Resonanz unterstrich das breite Interesse an der Ausstellung und machte den Eröffnungsabend zu einem besonderen kulturellen Ereignis.

Unter den Ehrengästen befanden sich Bundesrat Christoph Stillebacher, Bürgermeister Stefan Weirather, die Stadträte Pia Walser und Helmuth Gstrein sowie Sponsorenvertreter Roger Klimek von der Raiffeisenbank Oberland-Reutte. Für die musikalische Umrahmung der Vernissage sorgte der Pianist Felix Heiß.

Zusammenarbeit eröffnet neue Perspektiven

„Es ist uns eine große Freude, die Ausstellung ,Am Wegesrand‘ gemeinsam mit den Tiroler Landesmuseen und den vier Künstler:innen Felix Heiß, Daniel Nikolaus Kocher, Lisa Krabichler und Thordis Wolf präsentieren zu dürfen. Die Reihe ,Ferdinandeum unterwegs‘ ermöglicht es uns, auf den bedeutenden Bestand der Tiroler Landesmuseen zurückzugreifen und diesen mit der Sammlung der Stadt Imst zu verbinden. Die gemeinsame Ausstellung der Tiroler Landesmuseen, der Städtischen Galerie Theodor von Hörmann und des Museums im Ballhaus bietet eine hervorragende Gelegenheit, dem in Imst geborenen Künstler und Namensgeber unserer Galerie sowie seinen Wurzeln nachzuspüren. Besonders spannend ist dabei der neue Blick auf Hörmanns Werk, den die vier Künstler:innen mit ihren zeitgenössischen Positionen eröffnen“, betonte Barbara Hauser.

Ihr Dank galt der Kuratorin Rosanna Dematté und der Leiterin der Galerie Kathrin Deisenberger für die Initiative und die intensive Vorbereitung der Zusammenarbeit. Ebenso dankte sie Sabine Schuchter vom Museum im Ballhaus, Marlene Partl vom Kulturbüro der Stadt Imst, den Schülerinnen und Schülern der HTL Imst mit ihrem Lehrer Andreas Pfenninger sowie den vier Künstler:innen für ihre engagierte Mitwirkung an der Ausstellung.

Tiroler Landesmuseen als starker Partner

Andreas Rudigier, Direktor der Tiroler Landesmuseen, unterstrich in seinen Grußworten die Bedeutung der Zusammenarbeit und die besondere Qualität des Ausstellungsprojekts: „Mit großem Interesse blicke ich auf die zeitgenössischen Positionen zu Theodor von Hörmann. Besonders freut es mich, dass wir im Rahmen von ,Ferdinandeum unterwegs‘ in Imst einen starken Partner und zugleich einen idealen Ort für diese Zusammenarbeit gefunden haben. Ich wünsche der Ausstellung an ihren beiden Standorten viel Erfolg und zahlreiche inspirierende Begegnungen.“

Zugleich dankte er allen Beteiligten für die engagierte und konstruktive Zusammenarbeit. Sein besonderer Dank galt der Stadtgemeinde Imst, dem Land Tirol, der Raiffeisenbank Oberland-Reutte sowie der HTL Imst, die mit ihrer Unterstützung wesentlich zum Gelingen des Projekts beigetragen haben.

Kunstgeschichte als lebendiger Dialog

Die Kuratorin Rosanna Dematté führte die Besucher:innen im Anschluss durch beide Ausstellungshäuser und gab Einblicke in das kuratorische Konzept der Schau. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie sich das Werk Theodor von Hörmanns aus heutiger Perspektive neu betrachten und weiterdenken lässt.

„Die Galerie in Imst trägt den Namen Theodor von Hörmann, weil sein Werk bis heute Anknüpfungspunkte für künstlerisches Arbeiten bietet. In der Ausstellung wird der Maler Teil einer temporären Forschungsgemeinschaft. Zwei Kulturinstitutionen in Imst, die Tiroler Landesmuseen, die Schülerinnen und Schüler der HTL Imst sowie das Publikum forschen und denken gemeinsam mit den Künstler:innen. Felix Heiß, Daniel Nikolaus Kocher, Lisa Krabichler und Thordis Wolf begegnen Hörmann als Gesprächspartner:innen und setzen sich in eigens für die Ausstellung entstandenen Arbeiten mit seinem Kunstverständnis und seinem Lebensweg auseinander. Kunstgeschichte ist nie zu Ende erzählt, sondern bleibt stets ein lebendiger Dialog“, erklärte Rosanna Dematté.

Vielfältige künstlerische Zugänge

Die Ausstellung eröffnet vielfältige Zugänge zum Werk und zur Person Theodor von Hörmann. Bereits im Eingangsbereich der Galerie werden die Besucher:innen von einer überlebensgroßen Skulptur des empfangen. Geschaffen wurde sie vom Wenner Bildhauer Daniel Nikolaus Kocher, der Hörmann mit ausgestreckter Hand und im Schlafanzug darstellt.

Die St. Antoner Künstlerin, Kunsthistorikerin und Kulturarbeiterin  Lisa Krabichler präsentiert Arbeiten aus unterschiedlichen Medien, darunter Fotografien, Selbstporträts, Zeichnungen, Malereien, Collagen und Texte. Zu den gezeigten Werken zählen auch ihre „Postkarten aus Dachau“, die sich auf den Entstehungsort von Theodor von Hörmanns Selbstporträts „Biergarten in Dachau“ und „Der Maler im Blumengarten“, die im Museum im Ballhaus gezeigt werden beziehen.

Die Imster Fotografin und Mixed-Media-Künstlerin Thordis Wolf setzt sich in ihren Arbeiten mit Wahrnehmung und Blickrichtungen auseinander und lädt die Besucher:innen dazu ein, Bekanntes aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

Einen besonderen Zugang wählt der Imster Pianist, Komponist und Lehrer Felix Heiß: Er hat Bilder Hörmanns musikalisch interpretiert und in Klang übersetzt. Zu Theodor von Hörmanns Gemälde „Fuhrwerk in Herbstlandschaft“ hat er ein Musikstück komponiert. Über ein Mischpult können Besucher:innen selbst mit den „Klängen der Farben“ experimentieren und die Verbindung zwischen Bild und Musik auf interaktive Weise erleben.

HTL-Projekt schafft bleibende Erinnerung

Die Auseinandersetzung mit Leben und Werk Theodor von Hörmann bildete die Grundlage für einen Gestaltungswettbewerb der HTL Imst. Ziel war es, Möbelstücke zu entwerfen, die sich mit der Persönlichkeit des Künstlers und seiner Zeit auseinandersetzen. Zwei von einer Fachjury ausgewählte Entwürfe wurden anschließend in den Werkstätten der Schule umgesetzt.

Die Sitzmöbel stammen von Emilia Frainer, die Bank wurde von Paula Rietzler gestaltet. Als Inspiration dienten Hörmanns Lebensweg, sein künstlerisches Schaffen sowie die Epoche des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Dabei wurden historische Bezüge aufgegriffen und in eine zeitgemäße Formensprache übersetzt.

Auch über die Ausstellungsdauer hinaus bleibt das Projekt sichtbar: Nach dem Ende der Schau werden die entstandenen Möbelstücke dauerhaft in der Theodor von Hörmann und im Museum im Ballhaus verbleiben. Sie schaffen nicht nur zusätzliche Aufenthaltsqualität, sondern bewahren zugleich die Erinnerung an das Wirken und Schaffen Theodor von Hörmanns.


Rahmenprogramm zur Ausstellung

Fr, 23.10.26, 19 Uhr: Künstler:innengespräch und literarischer Beitrag 

  • Felix Heiß, Daniel Nikolaus Kocher, Lisa Krabichler, Thordis Wolf im Gespräch mit Rosanna Dematté Literarischer Beitrag: Claudia Grabenweger.

Do, 19.11.26, 19 Uhr: Theorie von Hörmann. Theaterperformance 

  • Julia Amprosi (Inszenierung/Konzept) und Maximilian Heiß (Schauspiel) nähern sich in einer persönlichen Interpretation dem Imster Maler Theodor von Hörmann an.

Beide Veranstaltungen finden in der Städtischen Galerie Theodor von Hörmann bei freiem Eintritt statt.


Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten

Städtische Galerie Theodor von Hörmann und Museum im Ballhaus

Am Wegesrand – Felix Heiß, Daniel Nikolaus Kocher, Lisa Krabichler, Thordis Wolf im Dialog mit Theodor von Hörmann

  • Ausstellungsdauer: 25.09.2026 – 09.01.2027
  • Do. – Sa., 14 – 18 Uhr, an Feiertagen geschlossen, im Museum zusätzlich am Di.
  • Im Advent auch am So. 6.12., 13.12. und 20.12., 14 – 18 Uhr

Hintergrundtexte_zur_Ausstellung.pdf herunterladen

  • Ausstellungser%c3%b6ffnung+%22Am+Wegesrand%22+(v.li.)%3a+Felix+Hei%c3%9f%2c+Thordis+Wolf%2c+Daniel+Nikolaus+Kocher%2c+Lisa+Krabichler+%e2%80%93+vier+K%c3%bcnstler%3ainnen+im+Dialog+mit+Theodor+von+H%c3%b6rmann.
  • Zeigten+sich+begeistert+(v.li.)%3a+B%c3%bcrgermeister+Stefan+Weirather%2c+Kathrin+Deisenberger+(Kulturb%c3%bcro+Stadt+Imst%2fGalerie+Theodor+von+H%c3%b6rmann)%2c+Roger+Klimek+(Raiffeisenbank+Oberland-Reutte)%2c+Kulturreferentin+Barbara+Hauser%2c+Kuratorin+Rosanna+Dematt%c3%a9+und+Direktor+Andreas+Rudigier+(Tiroler+Landesmuseen).
  • Die+Ausstellung+%e2%80%9eAm+Wegesrand%e2%80%9c%2c+im+Rahmen+von+%e2%80%9eFerdinandeum+unterwegs%e2%80%9c%2c+ist+noch+bis+zum+9.+J%c3%a4nner+2027+in+der+St%c3%a4dtischen+Galerie+Theodor+von+H%c3%b6rmann+und+im+Museum+im+Ballhaus+in+Imst+zu+sehen.
  • Direktor+Andreas+Rudigier%2c+Kulturreferentin+Barbara+Hauser%2c+Felix+Hei%c3%9f%2c+Thordis+Wolf%2c+Lisa+Krabichler%2c+Daniel+Nikolaus+Kocher%2c+Roger+Klimek+(RBOR)%2c+Kuratorin+Rosanna+Dematt%c3%a9%2c+Sabine+Schuchter+(Museum+im+Ballhaus)%2c+Kathrin+Deisenberger+und+Marlene+Partl+(Kulturb%c3%bcro+Stadt+Imst%2fGalerie+Theodor+von+H%c3%b6rmann%2c+v.li.).
  • B%c3%bcrgermeister+Stefan+Weirather+(re.)+und+Stadtrat+Helmuth+Gstrein.
  • GRin+Barbara+Hauser%2c+Obfrau+des+Kulturausschusses%2c+mit+ihrer+Stellvertreterin+Stadtr%c3%a4tin+Pia+Walser+(li.).
  • Begr%c3%bc%c3%9fe+bei+der+Vernissage+die+G%c3%a4ste%3a+Kulturreferentin+Barbara+Hauser.
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  • Pianist+und+Komponist+Felix+Hei%c3%9f+sorgte+f%c3%bcr+die+musikalische+Umrahmung.
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